QR-Codes im Unterricht

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In QR-Codes lassen sich aller Hand Informationen verstecken. QR-Codes begegnen uns im Alltag an unheimlich vielen Stellen. Bei der Post, bei der Bahn oder auf Lebensmittelverpackungen. Warum also nicht auch QR-Codes im Unterricht verwenden.

Aus der Praxis: ZP-Vorbereitung Mathematik
Ich nutze QR-Codes zur Zeit in der Vorbereitung auf die ZP im Fach Mathematik. Um den Schülerinnen und Schülern die Aufgabenstellung und das Format der ZP näher zu bringen bearbeite ich in meinem G-Kurs ZP Klausuren der letzten Jahre. Erst der erste Prüfungsteil ein paar Stunden und im Anschluss daran der zweite.
Für die Übungen für den ersten Prüfungsteil habe ich die Teilaufgaben aus mehreren ZP Klausuren so aufbereitet, dass sie auf eine DIN A5 Seite passen. Auf jeder DIN A5 Seite habe ich einen QR-Code untergebracht. In diesem QR-Code habe ich eine Hilfe zur Lösung der Aufgabe untergebracht. Der QR-Code ist mit einen blauen H in der Mitte gekennzeichnet. So können die Schülerinnen und Schüler mit einem Blick erkennen, dass sie hier Hilfe bekommen können.
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Hier Beispielhaft eine Aufgabe mit zwei Hilfen. Für den Aufgabenteil a) gibt es keine Hilfe. Für die Aufgabenteile b) und c) werden die Begriffe Durchschnitt und Median erklärt.
Die QR-Codes können von den Schülerinnen und Schülern im Unterricht ohne eine aktive Verbindung zum Internet gescannt und gelesen werden. Lediglich für die Installation einer entsprechenden App wird eine Verbindung benötigt. In Ermangelung von WLAN in der Schule habe ich die Schülerinnen und Schüler gebeten sich eine entsprechende App bereits zu Hause zu installieren.
Für die Nutzung ohne Internet eignen sich lediglich QR-Codes mit reinem Text. Hier sind dann allerdings bis zu 4500 alphanumerische Zeichen möglich, eine ganze Menge also. Wie ich jedoch feststellen musste können nicht alle Apps mit Umlauten umgehen. Hochgestellte Zahlen waren dagegen kein Problem.
Die Hilfen in Form von QR-Codes direkt auf das Arbeitsblatt zu drucken hat einen entscheidenen Vorteil. Normalerweise arbeite ich mit Hilfekärtchen. Diese liegen meist auf dem Pult oder verteilt im Klassenraum. Um diese Hilfen nutzen zu können müssen die Schülerinnen und Schüler aufstehen und sich zu den Hilfen bewegen. Gerade für die älteren Schülerinnen und Schüler ist dies meist eine Überwindung, weniger wegen der Bewegung sondern viel mehr auf Grund der Tatsache, dass die Mitschülerinnen und Mitschüler mitbekommen, dass jemand Hilfe benötigt. Die QR-Codes sind an dieser Stelle eine deutlich niederschwelligere Hilfe, die Schülerinnen und Schüler können die Hilfe nutzen ohne, dass jemand es mitbekommt. Gleichzeitig ist die Nutzung der Hilfe aber auch mit einer kleinen Hürde versehen, die Schülerinnen und Schüler müssen sich aktiv für eine Hilfe entscheiden in dem sie den Code scannen. Wäre er einfach in Klarschrift aufgedruckt wäre die Versuchung zu groß, dass die Schülerinnen und Schüler die Hilfe direkt lesen.
Die Lösungen zu den Aufgaben habe ich auch in Form von QR-Codes aufbereitet. Diese waren laminiert in einem kleinen Karteikasten untergebracht. Nach der Bearbeitung einer Aufgabe können die Schülerinnen und Schüler selbstständig die Aufgaben kontrollieren und eventuelle Fehler verbessern. Auf einem Laufzettel notieren die Schülerinnen und Schüler ihren Arbeitsfortschritt und ihr Ergebnis, also ob die Aufgabe richtig oder falsch bearbeitet wurde.